Übersicht und Performance bei komplexen Konstruktionen
HiCAD steht für eine übersichtliche, flexible und schnelle Bearbeitung selbst äußerst komplexer Konstruktionen, die heute schnell eine Größe von mehreren tausend Teilen erreichen können. Damit Sie auch in derart komplexen Modellen die Übersicht behalten und auch große Baugruppen schnell bearbeiten können, sollten Sie die nachfolgenden Hinweise und Tipps lesen.
- "Große" Baugruppen
Bei der Beurteilung, ob eine Baugruppe als "groß" gilt, kommt es nicht alleine auf die Anzahl der Bauteile an, aus denen die Baugruppe besteht. Vielmehr sind hier die folgenden Faktoren zu berücksichtigen: die Anzahl der Bauteile, die Komplexität der einzelnen Bauteile sowie die Anzahl der Solids / Oberflächenteile. Hinzu kommt, dass Baugruppen häufig über diverse Schnittstellen importiert werden. Diese importierten Modelle haben häufig mehr Oberflächen als nötig.
- Teilestruktur
Durch die bauteilorientierte HiCAD Datenstruktur sind Konstruktionen
möglich, deren logischer Aufbau der Teilestruktur realer Produkte entspricht.
Bevor Sie mit Ihrer Konstruktion beginnen, sollten Sie daher zweckmäßigerweise Überlegungen zur Produktstruktur anstellen und die Teilestruktur
entsprechend anlegen.
- Referenzierte 3D-Teile
Referenzierte Bauteile zeichnen sich dadurch aus, dass sie projektübergreifend und unternehmensweit verwendet und aus konstruktiver Sicht viel effektiver verwaltet und geändert werden können. Speichern Sie deshalb Ihre Unterbaugruppen als referenzierte Bauteile. Wenn Sie an einer Unterbaugruppe arbeiten, öffnen Sie einfach die referenzierte Baugruppe in einer separaten Zeichnung und editieren Sie diese dort. Ihre Hauptbaugruppe wird automatisch aktualisiert.
- Reduziertes Öffnen von Konstruktionen
Zur schnelleren Erzeugung eines Zusammenbaus bietet HiCAD die Möglichkeit der Datenreduktion. Bei diesem Verfahren werden referenzierte 3D-Bauteile/Baugruppen reduziert dargestellt, d.h. es wird im Wesentlichen das Polygonmodell zur grafischen Anzeige geladen und die Datenmenge so reduziert. Dies senkt den Speicherbedarf bei großen Modellen und verbessert damit die Performance. Die reduzierte Darstellung kann direkt beim Öffnen einer Konstruktion aber auch nachträglich für einzelne Bauteile und Baugruppen erfolgen.
- Exakte und vereinfachte Darstellung von Normteilen
Profile, Normteile, Normbearbeitungen und Verschraubungen lassen sich wahlweise exakt oder vereinfacht darstellen. Zur Performanceoptimierung kann es insbesondere in großen Konstruktionen mit vielen Profilen, Verschraubungen etc. sinnvoll sein, die vereinfachte Darstellung zu wählen.
- Schichten
Durch das Verwenden von Schichten lässt
sich die Konstruktion in verschiedene Informationsbestandteile aufsplitten,
die sich dann beliebig einzeln bearbeiten lassen. Beispielsweise können
Objekte – auch temporär – der unsichtbaren Schicht 0 zugeordnet werden.
- Ansichten
- 3D-Teile können in bestimmten Ansichten
ausgeblendet werden – entweder direkt im ICN oder durch Definition so genannter Listenansichten.
- Wenn Sie mit "echter" Hidden-Line-Darstellung arbeiten, haben Sie die Möglichkeit, verdeckte Teile auszublenden. Alle Bauteile, die in der aktuellen Ansicht ohnehin nicht sichtbar sind, werden dann bei weiteren Bearbeitungen und Neuberechnungen der Ansicht übersprungen. Dies kann insbesondere bei komplexen Konstruktionen die Bearbeitungszeiten deutlich beschleunigen.
- Neben dem Ausblenden von Ansichten haben Sie die Möglichkeit, Ansichten "einzufrieren". Im Unterschied zu ausgeblendeten Ansichten bleiben eingefrorene Ansichten auf dem Bildschirm sichtbar, können jedoch nicht bearbeitet werden. Die Funktion ist dann nützlich, wenn Sie mehrere Ansichten auf einem Blatt haben und nur in einer Ansicht arbeiten.
- Sichtbarkeitseinstellungen
Mit den Sichtbarkeitseinstellungen lassen
sich Teile mit bestimmten Attributen sowie bestimmte Elementarten gezielt
ausblenden.
- Aktives Teil
Alle Teile mit Ausnahme des aktiven
Teils können in einem Schritt ausgeblendet werden.
- Schnelles Auffinden von Teilen
Nutzen Sie die Suchfunktion zum schnellen Auffinden von Teilen mit bestimmten Eigenschaften.
- Teileauswahlfilter
Schränken Sie die 3D-Teileauswahl durch das Setzen entsprechender Filter
ein - unabhängig davon, ob Sie Teile in der Konstruktion oder im ICN identifizieren.
- Mehrfachauswahl
Definieren Sie Teilelisten,
um mehrere Teile in einem Schritt zu bearbeiten.
- Schattierungsmodus und Darstellung
- Für 3D-Modelle stehen zwei Schattierungsmodi zur Verfügung -
schnell und genau. Der Modus schnell
ist während
der Konstruktionsphase zu empfehlen. Vor der Weitergabe Ihrer schattierten
Modelle als Ausdruck oder als Pixelgrafik sollten Sie dann den Modus exakt
wählen.
- Die Hidden-Line-Berechnung kann bei sehr großen Konstruktionen ggf. zeitaufwändig sein. Hier bieten sich zur schnelleren Handhabung die Darstellungsarten Quick Hidden Line und Quick Hidden Grey an, die sich optisch kaum von der echten Hidden-Line Darstellung unterscheiden.
- Die Flächenapproximation bestimmt die Qualität der Bildschirmdarstellung von gerundeten Oberflächen. Je höher der Wert für die Flächenapproximation, desto "sauberer" und genauer erscheint auch die Schattierung. Allerdings erhöht sich auf diese Weise auch die Dateigröße. Ist der Wert zu hoch eingestellt, kann es daher bei großen Konstruktionen zu Performanceverlusten kommen. Verwenden Sie bei Änderungen der Flächenapproximation möglichst die Einstellungen Über Abstandstoleranz mit maximaler/minimaler Anzahl, um eine gute Bildschirmdarstellung bei immer noch guter Performance zu erzielen.
- Snapshots in langen Feature-Protokollen
Bei sehr langen Feature-Protokollen kann die Neuberechnung stark beschleunigt werden, indem sogenannte "Snapshots" in das Feature-Protokoll eingefügt werden. Die Neuberechnung erfolgt dann lediglich ab dem letzten Snapshot über dem geänderten Featureschritt. Eine ggf. zeitaufwändige Neuberechnung des gesamten Protokoll-Strukturbaums wird so vermieden.
- Schwellenwert für vereinfachtes OpenGL
Die Schwellenwerte-Einstellung (Thresholds) ermöglicht die automatische Vereinfachung von Teilen ab einer bestimmten Größe:
- Teile, die auf dem Bildschirm kleiner sind als 1 Pixel werden automatisch ausgeblendet
- Teile, die auf dem Bildschirm kleiner sind als 10 Pixel werden als Quader dargestellt
Diese Einstellung kann an die jeweiligen Erfordernisse des Anwenders angepasst werden. Die Pixelgröße für diese dynamische Umschaltung der Darstellung können Sie in der Datei ANSGEN.DAT – im HiCAD Unterverzeichnis sys - individuell ändern (Thresholds for simplified OpenGL drawing .....).
- OpenGL und Grafikkarte
Die OpenGL-Fähigkeit Ihrer Grafikkarte ist defaultmäßig auf den Wert 1.000.000 begrenzt. Wenn Sie allerdings mit einem 64 Bit-Prozessor arbeiten und über ausreichend Speicher (> 4GB) verfügen, dann können Sie die volle Kapazität von OpenGL nutzen. Dazu müssen Sie in der Datei GRAPAR.DAT – im HiCAD Unterverzeichnis sys - den Einstellungswert (Kapazität für OpenGL-Displaylisten ) von 1000000 auf -1 ändern.
Tipps zur Performanceoptimierung finden Sie auch im ISD Wiki unter Product know-how > Whitepaper im Dokument HiCAD Performanceoptimierung.
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Version 1802 - HiCAD Grundlagen | Ausgabedatum: 9/2013 | © Copyright 2013,
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